Archivbild: Christian Wenger

Die Frauen des FC St. Gallen-Staad gewinnen auswärts bei Lugano Femminile nach torloser erster Halbzeit mit 3:1 und hieven sich somit auf Tabellenplatz fünf.

Christian Wenger

Die Situation im Tessin ist ein wenig kompliziert. Da sich Lugano mittels Amerikanerinnen verstärkt hat, welche nicht über die nötigen Bewilligungen verfügen, trat das Team in jüngster Vergangenheit mit Kickerinnen aus dem Nachwuchs und der zweiten Mannschaft an. Dies setzte zwei Kanterniederlagen gegen Luzern und Schlusslicht GC ab. Nun bedeutete dies, dass plötzlich St. Gallen-Staad in einem Meisterschaftsspiel als Favoritinnen gehandelt wurde. Doch damit hatten die Aufsteigerinnen so ihre Mühe. Es fehlte ein geordneter Spielaufbau, zu viele Spielerinnen agierten zu eigensinnig. Die erste gute Möglichkeit gehörte dann nach zwanzig Minuten dem Heimteam, doch Torfrau Fabienne Oertle konnte für die Ostschweizerinnen klären. Wenig später kam dann auch der Gast zu einer ersten guten Chance durch Jennifer Wyss, welche ihren Abschluss aber ebenfalls in den Corner geklärt sah. Kurz vor der Pause prüfte Karin Bernet die Schlussfrau, welche die Kugel erst im Nachfassen sichern konnte. Nach einem wenig berauschenden Auftritt folgte der torlose Gang in die Pause.

Géraldine Ess wurde nach Wiederbeginn eingewechselt und sollte das Spiel ihrer Farben nun ankurbeln. Doch wie ihren Mitspielerinnen gelang auch ihr dies zunächst nicht. Nach einer knappen Stunde konnte Bernet einen Freistoss aus 25 Metern treten, welchen die Schlussfrau in den Corner lenkte. Diesen brachte Jessica Schärer in die Mitte und versenkte den beinahe direkt. Céline Bradke stand allerdings für den Abpraller goldrichtig und verwandelte zur Gästeführung. Knapp zehn Minuten später folgte der Eckball von der anderen Seite, welchen Capitainne Valeria Iseli per Dropkick zum 2:0 einnetzte. Und dann, wie aus dem Nichts, führte einer der raren Tessiner Angriffe zu einem Penalty, welchen Mia von Ballmoos zum 1:2 verwandelte. Nun wurde es nochmals hektisch. Stephanie Brecht bekam von der Reise ein Tattoo eines Ellbogens ins Gesicht, ohne dass dies vom unparteiischen Trio geahndet wurde. Auch sonst gab es den einen oder andern üblen Tritt des Heimteams. Bernet war es dann, die mit einem wunderbaren Heber den Luganesi den Wind aus den Segeln nahm und zum 3:1 traf. Trotz den sechs Minuten Nachspielzeit blieb es bei diesen vier Treffern.

Gleich am Sonntag gastieren die Frauen von Trainer Marco Zwyssig zum Abschluss der englischen Woche im Cupachtelfinale bei den FC Aarau Frauen. Spielbeginn ist um 16:30.

Lugano Femminile – FC St. Gallen-Staad 1:3 (0:0) – Campo Cornaredo – 50 Zuschauer

FC St. Gallen-Staad: Oertle; Colombo, Iseli, Göppel, Bradke (78‘ Hefti); Wyss, Rittmann (46‘ Ess), Caputo; Bernet, Brecht, Schärer (69‘ Iseni)

Tore: 57‘ Bradke 0:1, 66‘ Iseli 0:2, 72‘ von Ballmoos 1:2 (Penalty) 77’ Bernet 1:3

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