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Die NLB-Fussballerinnen des FC St. Gallen-Staad verkaufen sich gegen die FC Zürich Frauen teuer, am Ende jedoch resultiert eine standesgemässe 0:5 (0:3)-Niederlage.

Christian Wenger

Vor der Partie rückte der Fussball kurzzeitig in den Hintergrund. Denn am Samstagmorgen verstarb die ehemalige FCZ’ler-in und ex-Nationalspielerin Cora Boffi Canetta mit gerade einmal 27 Jahren nach kurzer schwerer Krankheit. An dieser Stelle das aufrichtige Beileid, in erster Linie an die Angehörigen und ihren letzten Verein, den SC Balerna.

Nach der Schweigeminute konnte die Partie beginnen. Etwa 100 Zuschauer (oder noch mehr?) aus der Ostschweiz haben den Weg nach Zürich auf sich genommen und versuchten mittels Klatschpappen ihre Mannschaft lautstark zu unterstützen. Allen voran die drei U-Teams waren fast ausnahmslos in Zürich vertreten. Was wäre wohl losgewesen, wäre es ein Heimspiel gewesen? Schade, dass der NLB-Verein im Halbfinale nicht mehr automatisch Heimrecht hat. Wie dem auch sei, das Spiel begann eher verhalten. Die Gäste stellten sich keineswegs nur hinten rein, sondern versuchten auch ihrerseits, etwas fürs Spiel zu tun. Natürlich gelang dies nicht ganz so dominant wie in der Meisterschaft, aber der Gegner hatte dafür schlicht ein anderes Kaliber. Nach knapp zehn Minuten probierte es Ylenia Caputo, im Winter aus Zürich gekommen, mit einem Volley von der Strafraumgrenze, verzog dabei aber knapp. Kurze Zeit später konnte sich Fabienne Oertle im Gehäuse der Gäste ein erstes Mal auszeichnen, als sie einen Abschluss von Naomi Mégroz über die Latte lenkte. Und nur wenige Sekunden später parierte sie auch einen Schuss von Capitainne Fabienne Humm souverän. Insgesamt hielt St. Gallen-Staad gut mit, doch dann kamen die zehn entscheidenden Minuten, welche das Spiel zugunsten des Heimteams entschieden. Zunächst liessen sich die Gäste zweimal auskontern und kassierten binnen zwei Zeigerumdrehungen eine Doublette: zunächst setzte sich Humm durch, ihr Abschluss wurde unglücklich abgefälscht. Danach ging Martina Moser völlig vergessen und konnte zum 2:0 einschieben. In der 40. Minute erhöhte Mégroz nach einem schnell vorgetragenen Angriff auf 3:0. Mit diesem Resultat verabschiedeten sich die Teams in die Pause.

Kurz nach Wiederbeginn ergab sich für die Gäste eine weitere Tormöglichkeit. Nadine Riesen, welche von Claudia Stilz perfekt lanciert wurde, schoss aber darüber. Kurz darauf ging nach einem Eckball Coumba Sow am hinteren Pfosten vergessen und sie konnte unbedrängt zum 4:0 einköpfen. Nach einer Stunde Spielzeit erhöhte Meriame Terchoun auf 5:0, womit zumindest der Torreigen beendet war. Wirklich chancenlos waren die Frauen des FC St. Gallen-Staad eine Viertelstunde vor und nach der Pause. St.Gallen-Staads Trainer Federico D’Aloia meinte nach dem Spiel: „In der ersten halben Stunde konnten wir gut mithalten. Danach waren wir von der physischen Präsenz und Schnelligkeit des FCZ überfordert.“ Die eingewechselte Marcia Andrade zwang FCZ-Schlussfrau Susanne Stutz zu einer Glanzparade. Ihr Schuss hätte genau in den Winkel gepasst. Auch danach gab es auf beiden Seiten nochmals Abschlussmöglichkeiten, die Torfrauen liessen sich aber beidseitig nicht mehr bezwingen.

FC St. Gallen-Staad-Capitainne Ronya Böni meinte nach der Partie: „Schade, konnten wir das 0:0 nicht länger halten. Wir gerieten durch zwei dumme, schnell aufeinanderfolgende Gegentore aus dem Konzept, wir sind dadurch etwas eingeknickt. Die Zürcherinnen waren vor allem gedanklich schneller, aber auch physisch stärker als wir. Die ersten und letzten 30 Minuten haben wir uns nicht so schlecht verkauft. Es war klar, dass man einen Unterschied sieht zwischen dem Schweizer Meister und dem Leader der NLB. Nun können wir uns auf die Meisterschaft konzentrieren. Und wer weiss, am Ende klappt es dafür dann hoffentlich mit dem Aufstieg.“

Am kommenden Samstag um 18:00 empfängt das Team von Trainer Federico D’Aloia die Drittklassierten Femina Kickers Worb im Bützel.

FC Zürich Frauen – FC St. Gallen-Staad 5:0 (3:0) – Heerenschürli, Zürich – 200 Zuschauer

FC Zürich Frauen: Stutz; Rahel Moser, Abbé, Fischer, Bernet; Zehnder; Terchoun, Sow (66′ Ramseier), Martina Moser, Mégroz (46′ Gut); Humm (66′ Mauron).

FC St. Gallen-Staad: Oertle; Göppel, Iseli, Lüchinger, Böni; Peter; Frick (54‘ Schärer), Caputo (61‘ Andrade); Brecht (79‘ Bradke), Stilz, Riesen.

Tore: 29‘ Humm 1:0, 31‘ Martina Moser 2:0, 40‘ Mégroz 3:0, 52’ Sow 4:0, 60’ Terchoun 5:0.